Freiheitliche demokratische Grundordnung im Gespräch

Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz informiert

BAD NENN­DORF (Ka). Das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) ist ein deut­scher In­lands-Nach­rich­ten­dienst, des­sen wich­tigste Auf­gabe die Ü­ber­wa­chung von Be­stre­bun­gen ge­gen die frei­heit­li­che de­mo­kra­ti­sche Grund­ord­nung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist, so in­for­mierte der Prä­si­dent des Bun­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz, Heinz Fromm bei sei­nem Be­such in der Kur­stadt. Als in­di­rek­ten Vor­läu­fer und in An­leh­nung be­nannte er in der “Wei­ma­rer Re­pu­bli­k” den Reichs­kom­missar für Ü­ber­wa­chung der öf­fent­li­chen Ord­nung. Fromm fun­gierte als Re­fe­rent zum The­ma: “Ak­tu­elle Ent­wick­lun­gen der ex­tre­men Rech­ten in Deutsch­lan­d”. Zahl­rei­che In­for­ma­tio­nen ü­ber die Behörde mit dem jähr­li­chen Ver­fas­sungs­schutz­be­richt, der zur Un­ter­rich­tung und Auf­klärung ü­ber ver­fas­sungs­feind­li­che Be­stre­bun­gen in Deutsch­land dient, ste­hen die Er­kennt­nis­sen,wel­ches das BfV im Rah­men sei­nes ge­setz­li­chen Auf­trags zu­sam­men mit den Lan­des­behör­den für Ver­fas­sungs­schutz ge­won­nen hat. Da­bei kann das BfV kei­nen er­schöp­fen­den Ü­ber­blick ge­ben, son­dern un­ter­rich­tet ü­ber die we­sent­li­chen Er­kennt­nis­se, ana­ly­siert und be­wer­tet maß­geb­li­che Ent­wick­lun­gen und Zu­sam­men­hän­ge.
Der Rück­blick in die Deut­sche Ge­schichte mit den An­fän­gen des Ver­fas­sungs­schut­zes in den 50er Jah­ren galt aber auch den ak­tu­el­len Ge­scheh­nis­sen und den Geg­nern, die die De­mo­kra­tie durch an­dere Sys­teme er­set­zen wol­len. Im Mit­tel­punkt der Auf­klärung die letz­ten 60 Jahre mit den po­li­ti­schen Grup­pie­run­gen NPD und RAF, die durch Ter­ror­an­schläge trau­rige Ge­schichte schrie­ben aber auch die ju­gend­li­che Sub­kul­tur in der ehe­ma­li­gen DDR wurde the­ma­ti­siert. Aus­züge aus den Sta­tis­ti­ken mit Jah­res­zah­len und Mit­glie­der­stär­ken re­gier­ten das In­for­ma­ti­ons­ge­spräch, wo­bei dem brau­nen Trau­er­marsch am 1. Au­gust in Bad Nenn­dorf we­ni­ger Auf­merk­sam­keit zu­teil wur­de. Fromm er­läu­ter­te, dass die Neo­na­zis mit ih­rem Auf­marsch ein at­trak­ti­ves Thema in der Kur­stadt ge­fun­den ha­ben und be­nannte als rich­ti­ges Re­zept da­ge­gen: Kon­se­quenz ist ge­frag­t!” Da­her ist die Mo­bi­li­sie­rung der Bür­ger drin­gend not­wen­dig. Warum sich ei­nige Ju­gend­li­che von den Neo­na­zis be­we­gen las­sen, ist schwer zu be­ur­tei­len, so Fromm. Sie sind in dem Al­ter auf der Su­che nach ih­rem “rich­ti­gen” Weg und las­sen sich mit 13 – 14 Jah­ren schnell be­ein­flus­sen, ohne eine po­li­ti­sche Ah­nung von dem Weg zu ha­ben. Es han­delt sich um keine Mas­sen­be­we­gung, un­ter­strich Fromm, den­noch sind es zu vie­le, die sich un­ter an­de­rem mit “­brau­nen” Kon­zert­ein­la­dun­gen kö­dern las­sen. De­mo­kra­tie ist nicht ver­erb­bar, so auch Gast­ge­ber MdB und gleich­sam Vor­sit­zen­der des In­nen­aus­schus­ses des Bun­des­tags, Se­bas­tian Eda­thy, da­her sei ein NPD-Ver­bot not­wen­dig. “Rechts­ex­tre­mis­mus ist lei­der nach wie vor eine ernst­zu­neh­mende Ge­fahr für die deut­sche De­mo­kra­tie. Im­mer mehr Rechts­ex­tre­mis­ten sit­zen in Par­la­men­ten und kom­mu­na­len Gre­mien, und im­mer bru­ta­ler ist das Vor­ge­hen der or­ga­ni­sier­ten Neo­na­zis, for­mu­lierte der Po­li­ti­ker. Zu­dem hat sich die Szene ver­jüngt.
Er wünscht sich am 1. Au­gust ein star­kes Bad Nenn­dorf, wel­ches sich 3:1 er­hebt und stark macht. Er ruft alle Bür­ger zur Ge­gen­de­mons­tra­tion und zum fried­li­chen Da­bei­sein auf.
Fo­to: ka



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